Die 10 wichtigsten Regeln für die Erstellung einer erfolgreichen Online-Business-Webseite

Dinge aus der Vergangenheit erscheinen uns im Nachhinein durch einen Schleier von Nostalgie und romantischer Verklärtheit ja häufig positiver als sie waren: Der erste Kuss, der zarte Schmelz einer Schlager-Süßtafel oder das deutsche Fernsehprogramm.

Die erste selbst erstellte Webseite gehört jedoch meistens nicht dazu – bei mir jedenfalls.

Meine erste Webseite sah aus heutiger Sicht ziemlich schrecklich aus – damals fand ich sie toll: mit einem Slider oben auf der Homepage, irgendwelchen klischeehaften Stock-Fotos von schüttelnden Händen und aufeinander gestapelten Steinen, einer vollgestopften Seitenleiste und einer – sagen wir – eher ungewöhnlichen Kombination von Farben.

Na ja, zumindest habe ich auf die krakelige Kinderschriftart „Comic Sans“ verzichtet.

In den etwas mehr als 4 Jahren, die ich jetzt als Online-Solopreneur aktiv bin, hat sich das zum Glück zum Positiven hin verändert und zu meiner Überraschung waren sogar schon Menschen bereit, mir Geld für die Erstellung ihrer Webseite zu zahlen.

Was ich in den 4 Jahren allerdings auch gelernt habe ist, dass gutes Design zwar wichtig und definitiv von Vorteil ist, jedoch längst nicht alles, wenn es darum geht, aus zufälligen Besuchern E-Mail-Abonnenten und schließlich Kunden zu machen.

Kann deine Webseite nur mit gutem Aussehen punkten?

Mit einer Webseite, bei der der Fokus ausschließlich auf Design, Farben und Schriftarten liegt, ist es im Grunde wie mit Menschen, die vor allem gut aussehen. Man schaut sie zwar einen Moment lang bewundernd an – bevorzugt aus der Ferne – aber für mehr reicht es dann doch nicht. Es funkt einfach nicht. Es entsteht keine zwischenmenschliche Beziehung.

Deshalb sollte deine Webseite mehr bieten als nur ein attraktives Äußeres.

Es sollte ein Ort sein, an dem sich deine Wunschkunden willkommen und verstanden fühlen. Ein Ort, der ihre Probleme, Fragen und Schwierigkeiten kennt, ernst nimmt und versteht. Ein Ort, der deine Wunschkunden an die Hand nimmt und ihnen zeigt, wie sie diese Probleme lösen und Schwierigkeiten überwinden können.

Wenn das der Fall ist, werden sie gern mit dir in Kontakt bleiben und sofort oder später etwas von dir kaufen wollen.

Was heißt das konkret?

Welche Regeln solltest du beachten, damit deine Webseite zufällige Besucher zum Bleiben einlädt?

1. Definiere, was das Hauptziel deiner Webseite ist

Was versuchst du mit deiner Webseite primär zu erreichen: E-Mail-Abonnenten zu gewinnen? Ein Kennenlerngespräch zu vereinbaren? Klicks auf Werbeanzeigen zu bekommen? Aus Besuchern direkt Kunden zu machen? Oder Besucher zum Ausprobieren der Gratis-Option deines Angebots zu bekommen?

Auf einer gut durchdachten Webseite hat eins dieser Ziele klar Vorrang oder ist sogar das einzige Ziel.

Ist dein Hauptziel der Aufbau deiner E-Mail-Liste?

Dann gib den Optin-Formularen den Vorrang und platziere sie an vielen Stellen auf deiner Webseite: z.B. auf der Homepage, in der Seitenleiste deines Blogs, innerhalb von Blogartikeln, am Ende eines Blogartikels, auf deiner About (Über mich & dich) – Seite – überall dort, wo der Besucher etwas von deinem  Inhalt konsumiert hat und in der Lage ist zu entscheiden, ob er in Zukunft mehr darüber erfahren möchte.

Sind das nicht zu viele Formulare?

Nein.

Denn ein weiteres wichtiges Prinzip für eine erfolgreiche Online-Business-Webseite ist Regel Nr. 2:

2. Mach es deinen Besuchern EINFACH, Dinge zu tun

Erwarte nicht von ihnen, dass sie auf deiner Webseite herumklicken und nach einem Anmeldeformular für deinen Newsletter oder anderen wichtigen Infos suchen. Bis sie das gefunden haben, ist ihre Begeisterung über deine Inhalte vermutlich schon einer gewissen Genervtheit über das Herumsuchen gewichen. Denn mehr noch als im realen Leben sind wir es im Internet gewohnt, Dinge schnell und reibungslos erledigen zu können.

Dafür ist es völlig ok, wichtige Informationen und Handlungsaufforderungen zu wiederholen.

Und was wenn sich jemand meldet und sagt, dass ihn das nervt?

Dann entscheide, was dir wichtiger ist: diesen EINEN Besucher (der wahrscheinlich nicht mal dein Kunde ist) zufriedenzustellen oder die Mehrheit deiner Besucher, die entweder nicht die Zeit oder Energie haben, um dir für die Nutzerfreundlichkeit deiner Webseite eine Dankes-E-Mail zu schicken?

Es deinem Besucher einfach zu machen, bezieht sich auch auf das Lesen deiner Texte.

Diese solltest du scannerfreundlich formatieren. Denn in der Regel scannt dein Besucher einen Text zuerst und entscheidet dann, ob es sich lohnt, den Text vollständig zu lesen. Wie kannst du Texte scannerfreundlich formatieren?

  • Du benutzt kurze Absätze mit 1-3 Sätzen
  • Du benutzt Zwischenüberschriften, die Interesse wecken
  • Du vermeidest den Blocksatz und eine zu große Textbreite – 600 bis 700px sind ein guter Richtwert
  • Du hebst wichtige Dinge hervor: durch fette oder kursive Schrift oder Großbuchstaben (in dem Fall nicht zu viele, da es häufig als Schreien interpretiert wird – ich habe es mir leider durch Facebook angewöhnt, weil man dort lange Zeit Wörter nicht fett hervorheben konnte.)
  • Du verwendest Aufzählungen oder Bullet Points

3. Gib deinem Besucher nicht zu viele Handlungsoptionen

Das ist wahrscheinlich der häufigste Fehler, den viele auf ihrer Homepage machen: ihren Besuchern eine Übersicht über ALL ihre Angebote zu geben, sie zum Lesen ALL ihrer Blogartikel und downloaden ALL ihrer Freebies zu animieren und am besten auch noch gleichzeitig ihre Facebook-Fanpage zu liken und ihnen bei Twitter zu folgen.

Leider führt das meist zum Gegenteil, weil es den Besucher überfordert und ablenkt.

Eine erste Begegnung mit einem zufälligen Besucher ist im Wesentlichen wie ein erstes Date. Würdest du ihm oder ihr dabei auch gleich ALLES offenbaren, was du so zu bieten hast? (Falls ja, ist es vielleicht Zeit für einen guten Dating-Coach.)

Was kannst du stattdessen tun?

Stell dir vor, deine Webseite ist ein IKEA-Kaufhaus (Ok, vielleicht bis auf die kryptischen Anleitungen, die ich komischerweise bisher immer ganz gut verstanden habe – selbst bei meinem PAX-Kleiderschrank. Oder sind sie vielleicht gar nicht so kryptisch wie behauptet und IKEA verbreitet absichtlich dieses Gerücht, damit Frauen wie ich sich auch mal stark und unabhängig fühlen können?)

Auf jeden Fall ist IKEA nicht wie ein Supermarkt, in dem sich alle Waren in einem Raum befinden und Leute mal in diese und mal in jene Richtung laufen. IKEA FÜHRT seine Besucher. In eine bestimmte Richtung.

Und genau das erwartet ein Besucher auch von dir als Experte auf deiner Webseite. Dass du ihm nicht alles auf einmal präsentierst und sagst: „Such dir einfach raus, was dich interessiert.“, sondern dass du ihn an die Hand nimmst und FÜHRST.

Konkret heißt das, überleg dir am besten für jede einzelne Seite deiner Webseite EINE Handlung, die der Besucher im Idealfall auf dieser Seite ausführen soll: Ist es die Anmeldung für deine E-Mail-Liste, die Vereinbarung eines Kennenlerngesprächs, der Kauf deines Angebots?

Überprüf dann den Rest dieser Seite. Wo forderst du den Besucher noch zu einer Handlung auf? Und dann reduziere die Anzahl der Handlungsaufforderungen soweit wie möglich auf am besten max. 3, wobei es empfehlenswert ist, die Handlungsaufforderung, die du als die wichtigste definiert hast, ruhig 1-2 mal zu wiederholen.

Idealerweise fließen alle Elemente auf einer Seite und die einzelnen Seiten deiner Webseite logisch in einander. Und dein Besucher weiß zu jeder Zeit, wohin er als nächstes klicken oder was er als nächstes tun sollte.

Wie?

Weil du ihn dazu aufforderst.

Bevormunde ich ihn damit nicht?

Aus meiner Erfahrung nein. Und falls er doch ein ganz autonomer Typ sein sollte, kann er immer noch über die Menü-Leiste selbst seinen Weg wählen.

Besucher sind nur dann (zu Recht) genervt, wenn sie mit Handlungsaufforderungen ÜBERSCHÜTTET werden: „Klick hier!“, „Hol dir das!“, „Like jenes!“ – und das alles auf einer Seite.

4. Zeige klar, worum es auf deiner Webseite geht und WEN du ansprichst

Das setzt natürlich voraus, dass du dir selbst darüber im Klaren bist.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das beim Start eines Business nicht unbedingt so ist und man erst mal hier und da ein bisschen testet, um zu sehen, mit wem man selbst am liebsten zusammenarbeitet und welche Art von Angeboten für diese Kunden wirklich nützlich sind. Das ist völlig ok.Aber nach einer gewissen Testphase solltest du einfach mal eine Entscheidung treffen und dich auf ein bestimmtes Kundenproblem/-bedürfnis und eine bestimmte Zielgruppe festlegen.

Du wirst sehen, dass du danach viel leichter Kunden gewinnst – vor allem auf deiner Webseite, weil diese meist erst mal für dich sprechen muss, bevor der Besucher dich als Person näher kennenlernen kann.

Wie zeigst du klar, worum es auf deiner Seite geht und wen du ansprichst?

Die direkte Art das zu tun ist ein konkretes Wertversprechen (value proposition): Welchen Nutzen liefert deine Webseite dem Besucher? Wobei werden die nachfolgenden Inhalte ihm helfen? Weniger gestresst zu sein, schlanker zu werden, fitter zu werden, mit dem Rauchen aufzuhören, mehr Kunden zu gewinnen?

Ein super Beispiel hierfür ist Unbounce:

online business webseite

Oder diese Seite:

webseite online business

Die Seite könnte zwar optisch noch etwas schöner gestaltet werden. Es ist aber ganz klar, worum es geht und an wen sie sich richtet.

Die indirekte Art das zu zeigen ist, ein Freebie anzubieten, das ein wichtiges und konkretes Problem deines Wunschkunden löst. Erkennt sich der Besucher darin wieder? Hat er dieses konkrete (Teil-)Problem? Wenn ja, dann weiß er, dass er auf dieser Webseite richtig ist und wahrscheinlich noch weitere nützliche Infos finden wird.

5. Deine Webseite sollte deinen Wunschkunden auf den ersten Blick ansprechen

Eine Webseite ist ein bisschen so wie Speed-Dating (sorry, dass ich schon wieder eine Dating-Metapher verwende, aber ich finde, dass es da tatsächlich viele Parallelen gibt).

Jedenfalls bedeutet es, du hast nicht viel Zeit, eine Bindung zu deinem Besucher aufzubauen, vor allem wenn er über eine Suchmaschine kommt und nicht von einer Social-Media- Plattform, auf der er dich schon ein bisschen kennengelernt hat.

Wie schaffst du das?

Zum Beispiel:

  • Indem du Farben verwendest, die deinen idealen Kunden ansprechen,
  • Indem du Worte wählst, die von deinen Wunschkunden angestrebte Emotionen hervorrufen
  • Indem du Bilder verwendest, die mit dem Ergebnis zu tun haben, das du für deine Kunden erzielen kannst, die deinen Wunschkunden als Person repräsentieren (z.B. als Privatperson oder als Geschäftsperson, je nachdem wer deine Zielgruppe ist).

6. Der Tonfall auf deiner Seite sollte einheitlich sein

Das betrifft sowohl Texte, Bilder als auch das Design insgesamt. Es geht darum, dich einheitlich als Marke auf deiner Webseite zu präsentieren.

Was heißt das konkret? Zum Beispiel:

Wenn dein gesamter Auftritt einfühlsam und beruhigend, locker und witzig oder vielleicht sogar provokant ist, deine Kontaktformulare und Bestätigungs-E-Mails dann jedoch super förmlich formuliert sind, passt das nicht zusammen.

Oder wenn du einfühlsam und beruhigend schreibst und die Haupt-Farbe auf deiner Webseite ein knalliges Rot ist, statt z.B. einem pastelligem Grün, Blau oder Rosa.

Falls du Bilder wählst, die nicht dazu passen, vor allem irgendwelche klischeehaften Stock-Fotos, die auf jeder zweiten Webseite in deiner Nische zu finden sind.

Wenn dein Besucher nicht erkennen kann, wer du bist und wofür du stehst, dann wird es ihm schwer fallen, Vertrauen zu dir zu entwickeln. Und ohne Vertrauen wird er weder regelmäßig deine E-Mails lesen noch etwas von dir kaufen wollen.

7. Die Inhalte auf deiner Seite sollten RELEVANT für deine Zielgruppe sein

Auch wenn es finanziell verlockend erscheint, in der Sidebar ein Werbebanner für ein kostenloses Girokonto zu platzieren und dafür eine Affiliateprovision zu bekommen, auf deine Yoga-Webseite gehört das nicht.

Ja auch Yoga-Begeisterte brauchen eventuell ein günstigeres Girokonto. Dafür kommen sie jedoch nicht auf DEINE Seite bzw. falls doch, sind sie wahrscheinlich schnell wieder weg, um ihr neues Konto zu eröffnen und haben keine Zeit mehr, sich mit deinen Inhalten und Angeboten zu beschäftigen.

Irrelevante Elemente auf deiner Webseite wirken einfach nachlässig und im schlimmsten Fall wie Spam.

8. Deine Seite hat Elemente, die deine Glaubwürdigkeit unterstreichen

Im Idealfall sind das Kundenstimmen, die zeigen, wie diese Person mit deiner Hilfe das erreicht hat, was du in deinem Angebot versprichst.

Weitere Glaubwürdigkeits-Marker sind z.B. Zahlen (z.B. Anzahl deiner Kunden), Logos von Magazinen, in denen etwas von dir veröffentlicht wurde, Logos von Firmen, mit denen du zusammengearbeitet hast, die kurze Beschreibung einer Fallstudie – im Grunde alles, was das Vertrauen des Besuchers darin stärkt, dass du ein Experte für dieses Thema bist.

9. Deine Seite sollte gleichzeitig gewöhnlich und besonders sein

Eine Google Studie hat gezeigt, dass Besucher eine Seite vor allem auf Basis von 2 Faktoren beurteilen:

  1. Wie einfach sie aussieht (geringe visuelle Komplexität) und
  2. Wie vertraut sie ihnen erscheint (bzgl. Layout, Bezeichnungen im Menü etc.)

Besucher bevorzugen demnach Seiten, die einfach oder schlicht aussehen und ihnen vertraut erscheinen.

Zuviel Vertrautheit ist allerdings auch nicht gut, weil deine Seite dann nur eine von vielen ähnlichen ist. Vertrautheit führt nämlich dazu, dass Besucher diese Dinge ausblenden oder gar nicht erst wahrnehmen, weil sie denken, sie kennen das eh alles schon, weil sie es schon auf mehreren anderen Webseiten gesehen und gelesen haben.

Deshalb sollte es auf deiner Webseite auch Elemente geben, die ANDERS sind als auf anderen Webseiten in deiner Nische, um damit deinen Besucher ein bisschen wach zu rütteln, seine Aufmerksamkeit zu gewinnen und ihm im Gedächtnis zu bleiben.

Wie?

Das kann z.B. ein ungewöhnliches oder provokantes Statement sein, ein ungewöhnliches oder provokantes Bild, eine außergewöhnliches Nutzenversprechen, ein besonderes Designelement.

10. Deine Seite sollte schnell sein & auf allen Geräten funktionieren

Wenn deine Bilder 10 Sekunden brauchen um zu laden, hat die Hälfte deiner Besucher wahrscheinlich schon weitergeklickt, bevor es so weit ist.

Deshalb solltest du regelmäßig die Geschwindigkeit checken, z.B. mit diesem Tool.

Meiner Erfahrung nach besteht da eigentlich immer Verbesserungsbedarf und die größten Verlangsamer sind meist zu große und nicht komprimierte Bilder.

Außerdem nutzt heutzutage ein Großteil der User neben ihrem Desktop-PC auch andere Geräte wie Tablets und Smartphones für den Besuch deiner Webseite. Deshalb ist es wichtig, dass sie auch auf diesen Geräten auf alle deine Inhalte zugreifen können und einzelne Designelemente nicht plötzlich übergroß oder total verzerrt dargestellt werden.

Im Wesentlichen heißt das, die Seite muss „responsive“ sein und sollte kein Flash verwenden.

Wie deine Seite auf verschiedenen Geräten aussieht, kannst du z.B. HIER testen.

Ja und das waren sie, meine 10 wichtigsten Regeln für die Erstellung einer erfolgreichen Online-Business-Webseite.

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